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Kerzen gießen

Sojawachs für Kerzen kaufen: die besten Sorten und richtig verarbeiten

Welches Sojawachs für Glas, welches für Standkerzen? Sechs Wachse mit Schmelzpunkt und Duftlast im Vergleich, dazu Docht, Temperaturen und Verarbeitung.

Kurz gesagt

Für Kerzen im Glas kaufen Sie ein Container-Sojawachs mit niedrigem Schmelzpunkt (etwa 45 bis 58 °C), zum Beispiel Golden Wax 464 oder Kerasoy 4130. Für Standkerzen braucht es ein gehärtetes Pillar-Sojawachs wie Kerasoy 4120 mit rund 60 °C, weil normales Sojawachs zu weich ist. Pro Kilogramm zahlen Sie im Onlinehandel meist 10 bis 17 Euro, in großen Gebinden weniger.

Von Redaktion Aura Shop

Sojawachs für Kerzen gibt es in zwei grundverschiedenen Sorten: weiches Container-Sojawachs für Kerzen im Glas und gehärtetes Pillar-Sojawachs für Standkerzen. Wer Sojawachs kaufen will, entscheidet also zuerst nach der Kerzenform und erst dann nach Marke und Preis. Unten finden Sie sechs Sojawachse, die wir nach Herstellerangaben eingeordnet haben, und die Verarbeitung Schritt für Schritt.

Sojawachs kaufen: die Empfehlungen im Überblick

SojawachsFürSchmelzpunkt laut AnbieterBesonderheit
Golden Wax 464 (2 kg)Glas, Duftkerzenk. A.Verbreiteter Klassiker, Duftlast bis 10 %
Kerasoy 4130 (1 kg)Glas, Teelichterca. 45 °CGeringer Schwund, haftet am Glas
Kerax MP43 Container (2 kg)Glask. A.Hohe Duftlast 10–12 %
Kerasoy 4120 (2 kg)Standkerzenca. 60 °CGehärtetes Pillar-Sojawachs
CalmCandle Sojawachs mit Dochten (1 kg)Einstieg, Glasca. 52 °C10 Dochte und Halter im Set
molinoRC Sojawachs (1 kg)Glasca. 58 °C100 % Soja, Pastillen

Preise schwanken. Stand 20.10.2026 lagen 1-kg-Packungen bei rund 10 bis 17 Euro, Großpackungen ab 5 kg bei etwa 8 bis 11 Euro pro Kilogramm (ohne Gewähr).

Was ist Sojawachs?

Sojawachs ist ein pflanzliches Wachs, also ein Naturwachs. Es wird aus Sojabohnen gewonnen: Aus der Bohne wird Sojaöl gepresst und anschließend gehärtet. Bei dieser Hydrierung wird das flüssige Öl bei Raumtemperatur fest. Das Ergebnis ist ein weiches, cremeweißes Wachs, das als Flocken oder Pastillen verkauft wird. Für die Kerzenherstellung zu Hause ist es beliebt, weil es aus einem nachwachsenden Rohstoff stammt und sich leicht verarbeiten lässt.

Reines Sojawachs ist weich und hat einen niedrigen Schmelzpunkt. Deshalb ist es von Haus aus ein Wachs für Behälter. Für Standkerzen setzen die Hersteller Zusätze zu, die das Wachs härten. Solche Mischungen heißen oft Blend oder Pillar Wax. Ein Blend kann auch andere Pflanzenwachse oder Paraffin enthalten und hat dann ein anderes Schmelzverhalten, das steht auf dem Datenblatt.

Welches Sojawachs für welche Kerze?

Kerzen im Glas (Container). Hier brauchen Sie ein weiches Sojawachs mit niedrigem Schmelzpunkt und wenig Schwund. Es soll beim Abkühlen an der Glaswand haften bleiben, statt sich zurückzuziehen. Bekannte Typen sind Golden Wax 464, Kerasoy 4130, Nature Wax C-3 und Ecosoya CB-Advanced. Sie bilden einen breiten Schmelzpool und geben Duftöle gleichmäßig ab, deshalb sind Duftkerzen aus Sojawachs fast immer Containerkerzen. Auch die meisten Sojakerzen, die Sie fertig kaufen können, stehen im Glas.

Sojawachs für Standkerzen. Normales Sojawachs ist dafür zu weich, die Kerze würde sich verformen und schlecht aus der Form lösen. Nehmen Sie ein ausdrücklich als Pillar-Wachs verkauftes Sojawachs wie Kerasoy 4120 oder eine Mischung mit Stearin. Der höhere Schmelzpunkt und mehr Schwund beim Abkühlen sorgen dafür, dass sich die Kerze aus der Gießform löst.

Teelichter und Wachsmelts. Container-Sorten funktionieren hier ebenfalls. Golden Wax 464 wird vom Anbieter ausdrücklich auch für Wachsmelts genannt.

Gezogene Kerzen. Zum Kerzenziehen eignet sich weiches Sojawachs nicht, weil es beim wiederholten Tauchen keine stabile Schicht aufbaut. Dafür sind Paraffin, Stearin oder Bienenwachs die bessere Wahl.

Die Sojawachse im Einzelnen

Golden Wax 464: der Klassiker für Duftkerzen im Glas

Golden Wax 464 ist eines der bekanntesten Container-Sojawachse und kommt als Pastillen. Der Anbieter beschreibt eine glatte, seidenmatte Oberfläche und eine gute Haftung am Glas, die Duftlast liegt laut Angebot bei bis zu 10 Prozent. Wer Duftkerzen gießen will und Wert auf ein dokumentiertes Wachs legt, startet hier. Erhältlich in 1, 2 und 5 kg.

Kerasoy 4130: weich, mit wenig Schwund

Kerasoy 4130 ist eine Sojawachsmischung für Glaskerzen und Teelichter. Laut Anbieter liegt der Schmelzpunkt bei etwa 45 °C, der Erstarrungspunkt bei etwa 39 °C. Es braucht keine Zusätze außer Duft und Farbe und schrumpft beim Abkühlen kaum. Gut für Einsteiger, die eine saubere Oberfläche am Glasrand wollen.

Kerax MP43 Container: für kräftige Duftkerzen

Kerax MP43 ist ein Container-Sojawachs, für das der Anbieter eine Duftlast von 10 bis 12 Prozent angibt. Das ist am oberen Ende dessen, was Sojawachse binden. Sinnvoll, wenn Ihre Kerzen einen starken Duft im Raum entwickeln sollen. Das Wachs wird außerdem als „frostbeständig“ beworben, also mit weniger Frosting.

Kerasoy 4120: Sojawachs für Standkerzen

Kerasoy 4120 ist die Pillar-Variante desselben Herstellers. Mit einem Schmelzpunkt von etwa 60 °C und einem Erstarrungspunkt von etwa 47 °C ist sie fest genug für Stumpenkerzen, Votivkerzen und andere freistehende Kerzen. Laut Anbieter braucht sie keine Härtungszusätze.

CalmCandle mit Dochten: das Einsteiger-Set

Das CalmCandle-Sojawachs kommt mit 10 Dochten, Klebestickern und zwei Dochthaltern. Der Schmelzpunkt liegt laut Anbieter bei etwa 52 °C, das Wachs ist frei von Paraffin und Palmöl. Für die ersten eigenen Kerzen praktisch, weil Sie nichts extra bestellen müssen. Ob die mitgelieferten Dochte zu Ihrem Glasdurchmesser passen, sollten Sie trotzdem mit einer Probekerze testen.

molinoRC: reines Sojawachs in Pastillen

Das molinoRC-Sojawachs besteht laut Anbieter zu 100 Prozent aus Soja ohne andere Wachsarten und schmilzt bei etwa 58 °C. Die Pastillen lassen sich gut abwiegen. Eine gute Wahl für Behälterkerzen, wenn Sie reines Sojawachs ohne Blend möchten. Es gibt auch Packungen mit 800 g, 1,8 kg und 3 kg.

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Typbezeichnung. Ein Wachs mit Namen und Nummer (464, 4130, C-3) hat ein Datenblatt. Bei namenlosem „Sojawachs für Kerzen“ fehlen oft Schmelzpunkt und Duftlast, dann müssen Sie mehr selbst testen.
  • Container oder Pillar. Steht nichts dabei, ist es fast immer ein weiches Containerwachs.
  • Duftlast. Die maximale Menge Duftöl in Prozent des Wachsgewichts. Für Duftkerzen sollte sie bei mindestens 8 bis 10 Prozent liegen.
  • Pastillen oder Flocken. Beides schmilzt gleich, Pastillen stauben weniger und lassen sich sauberer dosieren.
  • Menge. Für ein paar Kerzen reicht 1 kg. Wer regelmäßig gießt, spart mit 5 kg deutlich pro Kilogramm.
  • Herkunft. Nachhaltig ist Sojawachs nur, wenn es der Anbau ist. Sojaanbau steht wegen Abholzung in Südamerika in der Kritik. Manche Anbieter nennen die Herkunft des Sojas, viele nicht. Wer Wert darauf legt, fragt nach oder greift zu Rapswachs aus europäischem Anbau.

Sojawachs verarbeiten: Schritt für Schritt

  1. Menge berechnen. Gefäßvolumen in Millilitern mal 0,9 ergibt den Wachsbedarf in Gramm, plus zehn Prozent Reserve.
  2. Docht setzen. Dochtfuß mit einem Klebepunkt mittig am Glasboden fixieren und oben mit einem Dochthalter gerade halten.
  3. Schmelzen im Wasserbad. Nie direkt auf der Herdplatte. Ein Thermometer gehört dazu, weil Sojawachs auf Temperaturfehler empfindlicher reagiert als Paraffin.
  4. Duftöl einrühren bei der Temperatur, die das Datenblatt nennt. Bei vielen Sojawachsen liegt sie deutlich über der Gießtemperatur. Zwei Minuten gleichmäßig rühren, damit sich das Öl bindet.
  5. Gießen bei der empfohlenen Gießtemperatur, bei Container-Soja meist etwa 50 bis 60 °C. Das Glas vorher leicht anwärmen.
  6. Langsam abkühlen lassen. Ohne Zugluft und nicht im Kühlschrank. Beim Abkühlen entscheidet sich, wie glatt die Oberfläche wird.
  7. Aushärten lassen. Sojawachs braucht für die volle Duftentfaltung ein bis zwei Wochen Ruhezeit, bevor die Kerze das erste Mal brennt.

Den ganzen Ablauf mit allen Temperaturen und dem zweiten Guss beschreibt Kerzen selber machen.

Der richtige Docht für Sojawachs

Sojawachs ist im flüssigen Zustand zähflüssiger als Paraffin. Der Docht muss mehr Wachs nach oben fördern und ist deshalb meist eine Stufe stärker als bei Paraffin. Ein zu dünner Docht lässt die Kerze tunneln, ein zu dicker rußt. Entscheidend ist der Durchmesser der Kerze, nicht die Höhe. Die passenden Größen stehen unter Kerzendocht richtig wählen.

Typische Eigenheiten: Frosting und unebene Oberfläche

Frosting ist ein weißer, kristalliner Belag auf der Oberfläche oder an der Glaswand. Er entsteht, weil pflanzliche Wachse nach dem Gießen weiter kristallisieren. Das ist rein optisch und ändert das Abbrennen nicht. Langsameres Abkühlen und eine etwas niedrigere Gießtemperatur reduzieren es.

Unebene Oberfläche nach dem ersten Abbrennen ist bei Sojawachs normal. Mit einem Heißluftfön lässt sich die Oberfläche kurz anschmelzen und glätten.

Nasse Flecken am Glas sind Stellen, an denen sich das Wachs von der Wand gelöst hat. Ein vorgewärmtes Glas und langsames Abkühlen helfen.

Weitere Fehlerbilder wie Rußen oder Tunneln behandelt Typische Fehler beim Gießen.

Sojawachs, Paraffin, Rapswachs oder Bienenwachs?

Sojawachs ist eine Alternative zu Paraffin aus der Erdölindustrie. Sojawachskerzen haben bei gleicher Größe meist eine längere Brenndauer und brennen bei passendem Docht rußarm. Das Wachs nimmt Farbe aber matter an und bindet etwas weniger Duft als Paraffin. Rapswachs verhält sich ähnlich wie Sojawachs und stammt oft aus europäischem Anbau. Bienenwachs ist härter, deutlich teurer und riecht von sich aus nach Honig.

Den ausführlichen Vergleich aller Wachsarten mit Schmelzpunkt, Schwund und Duftaufnahme finden Sie unter Kerzenwachs im Vergleich.

Diese Übersicht finanziert sich über Provisionen: Wenn Sie über einen Link kaufen, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht. Die Einordnung beruht auf den Herstellerangaben, nicht auf eigenen Tests.

Häufige Fragen

Welches Sojawachs ist das beste für Kerzen?

Das beste Sojawachs ist das, das zur Kerzenform passt. Für Kerzen im Glas sind Container-Sorten wie Golden Wax 464, Kerasoy 4130 oder Kerax MP43 gemacht, sie haften an der Glaswand. Für freistehende Kerzen braucht es eine gehärtete Pillar-Mischung wie Kerasoy 4120. Ein hochwertiges Markenwachs mit Typbezeichnung hat den Vorteil, dass Schmelzpunkt, Duftlast und Gießtemperatur dokumentiert sind und das Ergebnis bei jeder Charge gleich ausfällt.

Wie viele Kerzen erhält man aus 1 kg Sojawachs?

Rechnen Sie mit dem Fassungsvermögen des Gefäßes in Millilitern mal 0,9, das ergibt den Wachsbedarf in Gramm. Ein 200-ml-Glas braucht rund 180 Gramm, aus 1 kg Sojawachs werden also etwa fünf solcher Kerzen. Bei 100-ml-Gläsern sind es rund zehn. Planen Sie zehn Prozent Reserve ein, weil am Schmelzgefäß immer etwas hängen bleibt.

Wie hoch ist der Schmelzpunkt von Sojawachs?

Das hängt von der Sorte ab. Container-Sojawachse schmelzen zwischen etwa 45 und 58 °C, Kerasoy 4130 zum Beispiel bei rund 45 °C. Gehärtete Pillar-Sorten für Standkerzen liegen höher, Kerasoy 4120 bei etwa 60 °C. Den genauen Wert nennt das Datenblatt des Herstellers.

Ist Sojawachs gesund oder giftig?

Sojawachs ist ein pflanzliches Wachs aus gehärtetem Sojaöl und gilt als ungiftig. Belastbare Belege, dass Kerzen aus Sojawachs die Raumluft messbar weniger belasten als gut gemachte Paraffinkerzen, gibt es nicht. Für die Luftqualität entscheidender sind ein passender Docht, ein mäßiger Duftölanteil und regelmäßiges Lüften. Essbar ist Kerzenwachs nicht.

Kann man Sojawachs mit Paraffin oder Bienenwachs mischen?

Ja, viele Kerzenmacher mischen Sojawachs mit Paraffin oder Bienenwachs, um Härte oder Duftwurf anzupassen. Fertige Blends aus Soja und Paraffin gibt es auch zu kaufen. Jede Mischung verändert aber Schmelzpunkt und Fließverhalten, deshalb muss der Docht danach neu getestet werden.

Kann man Sojawachs einfärben?

Ja, mit Farbmitteln für Kerzenwachs, also Farbchips oder flüssiger Kerzenfarbe. Lebensmittelfarbe funktioniert nicht, weil sie wasserbasiert ist. Sojawachs ist von sich aus cremeweiß und nimmt Farbe etwas matter an als Paraffin, kräftige Töne brauchen deshalb mehr Farbe.